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<title>Adposition</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Adposition</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Adposition</b> ist ein Begriff der <a href="Grammatik" title="Grammatik">Grammatik</a>, mit dem eine Klasse von Wörtern zusammengefasst wird, deren bekannteste Vertreter <a href="Pr%C3%A4position" title="Präposition">Präpositionen</a> sind. Diese lassen sich definieren als Wörter, die typischerweise unveränderlich sind, einen <a href="Kasus" title="Kasus">Kasus</a> an genau eine Ergänzung vergeben und eine sehr schematische, oft auch nur grammatische Bedeutung haben.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Solche Wörter können vor oder nach ihrer Ergänzung stehen, also im engeren Sinn jeweils <i>Prä</i>positionen oder <a href="Postposition" title="Postposition"><i>Post</i>positionen</a> sein. Der Begriff der Adposition wurde geprägt, um eine zusammenfassende Bezeichnung für diese verschiedenen Fälle zu haben; allerdings wird oft die Bezeichnung <i>Präposition</i> in einem Sinn verallgemeinert, dass sie auch entsprechende Wörter in anderen Positionen mitumfasst. <i>Adposition</i> ist so gesehen also eine präzisere Bezeichnung für „Präposition in einem weiteren Sinn.“ (Als Kategoriesymbol in der <a href="Syntaxtheorie" title="Syntaxtheorie">Syntaxtheorie</a> wird dennoch immer <b>P</b> verwendet.)
</p><p>Die Sprachen der Welt haben meistens entweder Präpositionen oder Postpositionen; das <a href="Deutsche_Sprache" title="Deutsche Sprache">Deutsche</a> ist jedoch ein Beispiel einer Sprache mit gemischtem Bestand.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Unterscheidung_von_ähnlichen_Wörtern"><span id="Unterscheidung_von_.C3.A4hnlichen_W.C3.B6rtern"></span>Unterscheidung von ähnlichen Wörtern</h2></div>
<p>Das Wort <i>Adposition</i> hat denselben lateinischen Ursprung wie <i><a href="Apposition" title="Apposition">Apposition</a></i> (<i>ad</i> = ‚bei‘, <i>positio</i> von <i>ponere</i> = ‚setzen‘; lediglich ohne die <a href="Assimilation_(Phonologie)" title="Assimilation (Phonologie)">Assimilation</a> von <i>ad-</i> zu „ap-“), bezeichnet aber einen völlig anderen grammatischen Begriff als letzteres.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Arten_von_Adpositionen">Arten von Adpositionen</h2></div>
<p>Die Unterarten von Adpositionen werden nach der Position relativ zu ihrer Ergänzung klassifiziert:
</p>
<ul><li><a href="Pr%C3%A4position" title="Präposition">Präposition</a> (im engeren Sinne; auch: <i>vorangestellte Präposition</i>): In der <i>Präpositionalphrase</i> geht die Präposition voran, die Ergänzung folgt nach:</li></ul>
<dl><dd><dl><dd><i>in</i> der Bäckerei</dd>
<dd><i>auf</i> dem Bahnhof</dd>
<dd><i>während</i> der Abfahrt</dd>
<dd><i>ab</i> dem Bahngleis</dd></dl></dd>
<dd>Die Präposition ist in den Sprachen Europas weit verbreitet.</dd></dl>
<ul><li><a href="Postposition" title="Postposition">Postposition</a> (auch: <i>nachgestellte Präposition</i>): In der <i>Postpositionalphrase</i> wird die Ergänzung vorangestellt:</li></ul>
<dl><dd><dl><dd>den Kindern <i>zuliebe</i></dd></dl></dd></dl>
<ul><li>Daneben existieren im Deutschen auch <a href="Zirkumposition" title="Zirkumposition">Zirkumpositionen</a> (auch: <i>umklammernde Präpositionen</i>). Dies sind mehrteilige Ausdrücke, die die Ergänzung von beiden Seiten umgeben, aber als Ganzes dieselbe Funktion haben wie sonst eine einzige Präposition:</li></ul>
<dl><dd><dl><dd><i>um</i> Himmels <i>willen</i></dd>
<dd><i>von</i> diesem Zeitpunkt <i>an</i></dd></dl></dd></dl>
<ul><li>Eine <b>Ambiposition</b> ist demgegenüber kein eigener Stellungstyp, sondern ist eine Adposition, die wahlweise entweder als Präposition oder als Postposition auftreten kann:</li></ul>
<dl><dd><dl><dd>des Kindes <i>wegen</i>, <i>wegen</i> des Kindes</dd></dl></dd></dl>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Übergänge_zu_anderen_Wortarten"><span id=".C3.9Cberg.C3.A4nge_zu_anderen_Wortarten"></span>Übergänge zu anderen Wortarten</h2></div>
<p>Einige Adpositionen sind ursprünglich aus komplex aufgebauten Phrasen entstanden, deren Wortlaut sich im Laufe der Zeit verfestigte (wobei die Bedeutung der beteiligten Wörter in der Regel verblasste), sodass sie als zusammengesetzte Adpositionen angesehen werden können. Die folgenden Ausdrücke gehen zum Beispiel auf Konstruktionen mit Substantiven zurück:
</p>
<dl><dd><dl><dd><i>aufgrund</i> des Unwetters</dd>
<dd><i>anstelle</i> der alten Strategie</dd></dl></dd></dl>
<p>Es gibt auch Wörter, die mit Adpositionen gleichlautend sind, jedoch einer anderen (u. U. auch flektierbaren) Wortart angehören. Die Bedeutungen dieser Wörter können miteinander verwandt sein. Das Wort <i>gemäß</i> ist in manchen Konstruktionen eindeutig ein Adjektiv, wirkt aber in anderen Fällen bereits wie eine Präposition:<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<dl><dd><dl><dd>der einer Lady <i>gemäße</i> Ton</dd>
<dd><i>gemäß</i> Artikel 1 des Grundgesetzes</dd></dl></dd></dl>
<p>Ebenso wird das Wort <i>ab</i> nicht nur als Präposition, sondern auch als Partikel (im engeren Sinne) eingesetzt:
</p>
<dl><dd><dl><dd>als Präposition: <i>ab</i> dieser Linie</dd>
<dd>als Partikel (in der Funktion eines <a href="Pr%C3%A4dikativum" title="Prädikativum">Prädikativums</a>): Der Zweig ist <i>ab</i>.</dd></dl></dd></dl>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Adpositionen_in_der_Sprachtypologie">Adpositionen in der Sprachtypologie</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zusammenhänge_mit_Wortstellungstypen"><span id="Zusammenh.C3.A4nge_mit_Wortstellungstypen"></span>Zusammenhänge mit Wortstellungstypen</h3></div>
<ul><li>in Sprachen mit der Wortstellung <a href="Subjekt-Objekt-Verb" title="Subjekt-Objekt-Verb">Subjekt-Objekt-Verb</a> (SOV), wie z. B. <a href="T%C3%BCrkische_Sprache" title="Türkische Sprache">Türkisch</a>, <a href="Japanische_Sprache" title="Japanische Sprache">Japanisch</a> oder <a href="Baskische_Sprache" title="Baskische Sprache">Baskisch</a> sind Postpositionen die Regel;</li>
<li>in Sprachen mit der Wortstellung <a href="Subjekt-Verb-Objekt" title="Subjekt-Verb-Objekt">Subjekt-Verb-Objekt</a> (SVO) oder <a href="Verb-Subjekt-Objekt" title="Verb-Subjekt-Objekt">Verb-Subjekt-Objekt</a> (VSO) finden sich am häufigsten Präpositionen. Aber es gibt auch Subjekt-Objekt-Verb-Sprachen wie etwa <a href="Latein" title="Latein">Latein</a>, das mehr Präpositionen als Postpositionen verwendet.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Übergänge_zwischen_Adpositionen_und_Kasus"><span id=".C3.9Cberg.C3.A4nge_zwischen_Adpositionen_und_Kasus"></span><span id=".C3.9Cberg.C3.A4nge_zwischen_Adpositionen_und_Kasus"></span><span id="Übergänge_zwischen_Adpositionen_und_Kasus"></span> Übergänge zwischen Adpositionen und Kasus</h3></div>
<p>In den Sprachen der Welt zeigt sich, dass ein Teil der Sprachen Kasusmarkierungen verwendet, wo ein anderer Teil Adpositionen benutzt, das heißt, der Unterschied zwischen beiden Strategien äußert sich häufig nur in der <a href="Morphologie_(Sprache)" class="mw-redirect" title="Morphologie (Sprache)">Morphologie</a>, nicht jedoch in der Funktion (<a href="Semantik" title="Semantik">Semantik</a>). Von einigen zeitgenössischen <a href="Sprachtypologie" title="Sprachtypologie">Sprachtypologen</a> wird daher der englische Begriff <i>flag</i> bzw. <i>flagging</i> („Flagge“ beziehungsweise „Beflaggung“)<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> verwendet, um beide Phänomene im Hinblick auf ihre Semantik unter einem Oberbegriff zusammenzufassen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Adposition" class="extiw external" title="wikt:Adposition">Wiktionary: Adposition</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Angelehnt an die Definition in: Dennis Kurzon & Silvia Adler: <i>Introduction</i> In: D. Kurzon & S. Adler (eds.): <i>Adpositions: Pragmatic, semantic and syntactic perspectives.</i> John Benjamins, Amsterdam 2008, S. 2.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Gisela Zifonun: <i>Einer Lady gemäß und gemäß Artikel 1 des Grundgesetzes. Valente Adjektive und gleichlautende Präpositionen.</i> In <i>Annali / Sezione germanica.</i> Università degli Studi di Napoli "L’Orientale." N.S. XXIV (2014), 1–2, S. 247–267. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/4728/file/Zifonun_Einer_Lady_gemaess_2014.pdf">Online</a></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Martin Haspelmath: <i>Argument marking in ditransitive alignment types</i>. In: <i>Linguistic Discovery</i>. Bd. 3, Heft 1, 2005, S. 1–21.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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